Als spektrale Dichte
bezeichnet man im allgemeinen das reelle Betragsquadrat
der Fouriertransformierten von
:
Bei allen linearen Systemen ist das Amplitudenquadrat eines Signals (mechanische
Welle, elekromagnetische Welle usw.) proportional zu dessen Energie. Aus diesem Grund wird das
Betragsquadrat der Spektralfunktion auch als Powerspektrum bezeichnet. Häufig wird dabei
die Abkürzung PSD
verwendet. Mit Hilfe des PSD kann die Energieverteilung eines Systems bestimmt werden, sofern
das vorliegende Signal (Bilddaten) proportional zu der Amplitude des physikalischen
Systems ist. Ebenso bietet die spektrale Dichte den Vorteil, daß sie reell ist und sich
einfacher und somit verständlicher darstellen läßt als eine komplexe Größe, wie z.B. die
Fouriertransformierte eines reellen Bildes.
Die Interpretation eines Powerspektrums ist anschaulich. Hat man in einem Powerspektrum eine
Häufung um einen bestimmten Punkt, so geben jeweils die Koordinaten des Punkts die Größe der
Wellenzahlen
in der entsprechenden Koordinatenrichtung an. Die Summe der Häufung
macht eine Aussage darüber, wie stark die Wellenzahlen im Orginalbild ausgeprägt sind, bzw. wie
groß deren Anteil an der Gesamtenergie des Systems ist.
Die Darstellung im PSD eignet sich besonders gut, um periodische Strukturen oder Rauschen aus
einem Signal zu isolieren. Das Powerspektrum einer reellen Funktion ist hermitesch [Bracewell, 1965], da
ihre Fouriertransformierte hermitesch ist (siehe Abschnitt 3.9). Für die praktische
Anwendung bedeutet dies, daß das Powerspektrum einer solchen Funktion vollständig durch den
Halbraum beschrieben wird, und somit nur den halben Speicherplatz des Orginalbildes benötigt.
Für eine reelle 256
256-Matrix ergibt sich für die Fouriertransformierte, sowie
für das Powerspektrum eine Matrix der Größe 256
128, wobei die Einträge in
der Fouriertransformierten komplex sind. Die Berechnung der Spektren erfolgte mit der
Bildverarbeitungssoftware heurisko
, bei der aus Gründen der Programmierung das Spektrum wie in
Abbildung 3.11 organisiert. Die ersten 128 Zeilen enthalten die positiven
Wellenzahlkomponenten
in y-Richtung, danach folgen die negativen Wellenzahlen. In
x-Richtung sind nur die positiven Wellenzahlen
dargestellt.
Das Spektrum besteht aus zwei Teilen, wobei der Ursprung für negative Wellenzahlkomponenten im
Matrixelement
und für positive Komponenten im Matrixelement
zu finden
ist. Das vollständige (hermitesche) Spektrum erhält man durch Punktspiegelung an
(siehe Abbildung 3.11). Zusätzlich ist das vollständige Spektrum so zentriert, daß
der Ursprung in der Bildmitte liegt. Die Spalte 0 stellt jedoch eine Ausnahme dar, denn nach der
Definition (Gleichung 3.43) einer hermiteschen Funktion müßte Spalte 0 das
Konjungiert-komplexe von sich selber sein (
). Deswegen wird
Spalte 0 nicht am Symmetriezentrum
gespiegelt, und in dem vollständigen Spektrum
bekommt die Spalte
den Wert Null zugeordnet.
Die Verbindung der Betragsquadrate zwischen Orts-Zeitraum und Orts-Frequenzraum im Diskreten ist durch das Parsevalsche Theorem gegeben:
Das Parsevalsche Theorem besagt die Erhaltung der Norm unter der diskreten
Fouriertransformation. Physikalisch betrachtet gibt Gleichung 3.30
an, daß die Berechnung der Energie in beiden Räumen äquivalent ist.