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Wärme

 

Bildaufnehmende Systeme sind heute nicht mehr auf klassische optische Systeme beschränkt, sondern benutzen das gesamte Spektrum der elektromagnetischen Strahlung. Jede Strahlungsart trägt eine charakteristische Information über das Objekt, von dem sie ausgestrahlt oder reflektiert wird. Einen Überblick von bildaufnehmenden Sensoren für nichtsichtbare Strahlung wird in [Jähne and Haußecker, 1996] gegeben. Die Thermographiebilder der Wasseroberfläche wurden mit einer CCD-Infrarot-Kamera aufgenommen. Um zu verstehen, welche abbildenden Eigenschaften die Kamera hat, bzw. was die Kamera ,,sieht``, wird in Abschnitt 2.1 auf die Wärmestrahlung und die physikalischen Gesetze, die diese beschreiben, eingegangen. Die quantitative Messung von Strahlungsintensitäten, die Radiometrie, wird in Abschnitt 2.2 beschrieben. Daran schließt sich in Abschnitt 2.3 eine Betrachtung von Wärmeleitung und Diffusion an, die Grundlage für das Verständnis von Gasaustauschprozessen in der Grenzschicht (Abschnitt 2.5).

Was ist Wärme? Der Ausdruck ungeordnete Molekülbewegung beschreibt aus dem Blickwinkel der Thermodynamik gesehen den Begriff der Wärme am besten. Unmittelbar mit Wärme ist der Ausdruck Temperatur verbunden. Die Temperatur T ist nichts anderes als ein Maß für die mittlere Wärmeenergie tex2html_wrap_inline5801 eines Stoffes:


 eqnarray124

Hierbei ist tex2html_wrap_inline5803 die Boltzmann Konstante und f die Anzahl der Freiheitsgrade des Moleküls eines Stoffes.

Aus Gleichung 2.1 folgt, daß es einen nichtunterschreitbaren absoluten Nullpunkt der Temperatur (tex2html_wrap_inline5805C) gibt, bei dem die Moleküle weder Translations-, Rotations-, noch Schwingungsenergie besitzen, also W und T Null sind. Die Einheit der Temperatur ist gegeben durch tex2html_wrap_inline5811 Celcius, bzw. 1 Kelvin, und definiert als tex2html_wrap_inline5785 des Abstandes zwischen Gefrierpunkt und Siedepunkt des Wassers bei einem Druck von 1.003 bar.

Wärme kann durch Strahlung, Leitung oder Strömung (Konvektion) übertragen werden. Bei der Konvektion wird die Wärme durch die Bewegung der Flüssigkeit oder des Gases transportiert, d.h. sie setzt eine makroskopische Bewegung voraus. Gleichzeitig zu diesem makroskopischen Vorgang tritt im Medium natürlich auch Wärmeleitung auf, welche in Abschnitt 2.3 ausführlich beschrieben wird.

Die erzwungene Konvektion tritt in Erscheinung, wenn die Strömung durch einen äußeren Zwang, also z.B. ein Druckgefälle, zustande kommt. Bei der freien Konvektion stellt sich die Strömung nur dadurch ein, daß sich infolge der Wärmeübertragung ein antreibender Temperatur- und damit verbundener Dichteunterschied vorhanden ist [Rauser, 1993]. Meist treten freie und erzwungene Konvektion gemeinsam auf.

Die Wärmeleitung hingegen ist nicht an makroskopische Bewegung geknüpft. Hier wird die Energie durch Stöße der Moleküle untereinander übertragen. Demnach kann Wärmeleitung nur in Materie und nicht im Vakuum existierengif. Wärmeleitung setzt also örtliche Unterschiede in der Molekülenergie voraus, welche einem Temperaturgefälle entsprechen. Die Wärmeleitung führt zum Ausgleich dieses Gefälles, wenn keine Wärmequellen oder Senken vorhanden sind. Existieren solche Quellen oder Senken, stellt sich nach einiger Zeit eine stationäre Temperaturverteilung ein.

Die dritte Art von Wärmetransfer erfolgt durch elektromagnetische Strahlung, die im Gegensatz zur Wärmeleitung kein Trägermedium erfordertgif. Alle Körper mit einer Temperatur T>0 K geben von ihrer Oberfläche Strahlungsenergie ab und nehmen gleichzeitig auch wieder Strahlungsenergie aus ihrer Umgebung auf. Diese Eigenschaft soll im nächsten Abschnitt näher betrachtet werden.




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