Der Strahlengang der Kamera verläuft über einen x-y Scanner,
der auf gleicher Höhe wie die Kamera, schräg über der
Austrittsöffnung des Instrumentes montiert ist
(Abbildung 6.8). Der
x-y Scanner besteht aus zwei Spiegeln, die um zwei senkrecht
zueinander stehende Achsen drehbar sind. Damit lä\3t sich ein
zweidimensionales Gebiet abscannen. In der Ruheposition der Spiegel
verlä\3t der Strahl die Scannereinheit unter einem Winkel von
90
zur
Einfallsrichtung. Da der Scanner schräg unter einem Winkel von 20
montiert ist, verläuft die Blickrichtung der Kamera, unter
einem Winkel von 20
gegen die Senkrechte, durch die Mitte
der Austrittsöffnung.
Der x-y Scanner ermöglicht es, die Blickrichtung der Kamera zu steuern und damit die Position des beobachteten Bereiches auf der Wasseroberfläche einzustellen. Da sich das Schiff während der Messung mit einer Geschwindigkeit von ca. 0.5m/s (1Knoten) bewegt, wandert die Wasseroberfläche während der Messung durch das Kamerabild. Zusätzlich ist der Geschwindigkeit des Schiffes die Orbitalbewegung der Wasserwellen überlagert. Aus den Temperaturmustern der Wasseroberfläche lä\3t sich die Verschiebung des Bildinhaltes zwischen zwei aufeinanderfolgenden Bildern berechnen. Dies liefert die Momentangeschwindigkeit der Wasseroberfläche relativ zur Kamera. Mit dieser Information lä\3t sich der Blickwinkel der Kamera über die Scannerspiegel korrigieren, um der Bewegung der Wasseroberfläche zu folgen.
Im Rahmen einer Diplomarbeit wurden bereits Voruntersuchungen zu einem Echtzeit-Trackingverfahren der Wasseroberfläche durchgeführt, die jedoch noch nicht bis zur Anwendungsreife gelangt sind. Probleme bereitet hauptsächlich der niedrige Temperaturkontrast in Infrarotbildern der Wasseroberfläche, der eine umfangreiche Bildverarbeitung erforderlich macht, um die Bewegung fehlerfrei zu detektieren. Dies ist nur schwer in Echtzeit durchzuführen und führt oft zu Fehleinschätzungen der Verschiebung. Für die Messungen während der MBL/CoOP Forschungsfahrt wurde dieses Verfahren daher nicht eingesetzt. In der Konstruktion des Instrumentes ist ein Tracking jedoch schon vorgesehen.