Zur Steuerung der einzelnen Komponenten des Ozeaninstrumentes und zum Datentransfer werden zwei Rechner eingesetzt. Abbildung 6.12 zeigt die prinzipielle Verschaltung der Komponenten.
steuerung

Abbildung: (Farbdruck findet sich als Abb. 11.7 auf Seite
) Steuerung des CFT Ozeaninstrumentes.
Ein Computer ist in die Instrumentenbox eingebaut. Er enthält
einen Framegrabber
mit digitalem
Eingang zur Aufnahme
der Bildsequenzen der Infrarotkamera. Diese werden über den
PCI-Datenbus direkt in den Hauptspeicher des Computers
transferiert. Dazu war der Rechner mit 64MByte RAM
ausgestattet. Nach der Aufnahme wurden die Bilddaten auf der
lokalen Festplatte zwischengespeichert. Die Bedienung des
Computers erfolgte, vom Labor aus, über 70 Meter lange
Verlängerungskabel für Monitor, Tastatur, Maus und Reset-Schalter.
Dies hatte gegenüber einer Steuerung über eine
Fernbedienungs-Software den Vorteil, da\3 eine direkte
und uneingeschränkte Kontrolle des Rechners unter
beliebigen Betriebssystemen möglich war.
Über eine zweite Einsteckkarte erfolgt die Steuerung der einzelnen Komponenten des Instrumentes. Es handelt sich dabei um eine Input/Output-Karte der Firma Sorcus (Multilab II/2). Sie enthält einen Intel i486 Prozessor und stellt einen eigenständigen Computer dar. Damit steuert die Karte einzelne aufsteckbare Module, wie z. B. einen Analog-Digitalwandler und ein digitales Ausgangsmodul. Die Funktionen der Karte werden über ein multitaskingfähiges Echtzeit-Betriebssystem aufgerufen, das unabhängig vom Hauptrechner arbeitet. Über eine Benutzerschnittstelle können, vom Hauptrechner aus, die Programme gestartet und gestoppt werden, Parameter der Programme verändert und Daten ausgetauscht werden. Damit lassen sich Steuersignale auf der Sorcus-Karte erzeugen, während parallel dazu, vom Hauptrechner Bilddaten aufgenommen werden.
Auf der Sorcus-Karte werden Steuersignale erzeugt und
über die Ausgangsleitungen an die einzelnen Geräte geleitet.
Die Ausgangsspannung der Pt
-Elektronik (Temperaturfühler der Kalibriereinrichtung)
wird über die Analog-Digitalwandler Eingänge digitalisiert
und in Temperaturwerte umgerechnet. Die Steuerung der Kamera
erfolgt direkt vom Hauptrechner aus über eine RS232
Schnittstelle.
Alle Leitungen, die von der Instrumentenbox zum Labor führten, hatten eine Länge von 70m und verliefen entlang des booms, danach über Deck entlang der Reeling, und im letzten Abschnitt über Kabelschächte zum Labor. Als Leitungen wurden speziell abgeschirmte Kabel verwendet, die über spritzwasserfeste Stecker in die Instrumentenbox führten. Bei einigen Geräten, wie z. B. der Tastatur und der Maus des Steuerrechners, mu\3ten Abschlu\3widerstände in die Stecker eingebaut werden, um Störungen der langen Leitungen zu kompensieren.
Ein zweiter Rechner befand sich im Labor (main lab) in der Mitte des Schiffes. Der Steuercomputer der Instrumentenbox und der Laborcomputer waren, über ein twisted pair Ethernet Kabel, mit dem Local Area Network (LAN) des Labors verbunden. Damit lie\3en sich die Bilddaten backupen, die auf der lokalen Platte des Steuerrechners zwischengespeichert waren. Sie wurden auf die Festplatte des Laborrechners transferiert und von dort direkt auf CD-ROM gebrannt. Dazu enthielt der Laborrechner einen internen CD-ROM Brenner. Die Verknüpfung aller Rechner über ein LAN ermöglichte es, bei Bedarf, die Daten auf verschiedene Rechner zu übertragen, von denen insgesamt drei mit einem CD-Brenner ausgestattet waren. Es war auch möglich, auf dem Laborrechner ein Programm zur Bilddatenaufnahme oder ein Steuerprogramm zu entwickeln und das compilierte Programm auf den Steuerrechner zu übertragen. Dadurch wurde während der Programmentwicklung die Messung nicht blockiert.
Zur Kontrolle der Bildaufnahme wurde das analoge Videosignal der Kamera (siehe Kapitel 6.1.2) auf einen Videomonitor im Labor gegeben. Zusätzlich wurde das Signal auf einem Videorekorder aufgezeichnet. Damit lie\3 sich das qualitative Erscheinungsbild der Temperaturmuster über einen längeren Zeitraum dokumentieren.