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Abbildung: Emission und Absorption von Strahlung in teilweise
transparenten Medien. Der Grauwert der Pfeile symbolisiert die
Abnahme bzw. Zunahme der Strahlung beim Durchqueren des
Mediums.
Für Körper endlicher Transmissivität sind die
Absorption, die Emission und die Transmission von Strahlung
keine reinen Oberflächeneigenschaften mehr. Der auftreffende
Strahlungsflu\3 wird zu einem Bruchteil
direkt an der
Oberfläche reflektiert. Der Rest dringt zunächst in den
Körper ein und wird
auf seinem Weg durch das Objekt zunehmend absorbiert.
Gleichzeitig setzt
sich der abgestrahlte Flu\3 aus Beiträgen verschiedener Tiefenschichten
zusammen (Abb. 2.9). Die Absorption
und die Transmissivität
beschreiben
somit nur den Nettoeffekt dessen, was insgesamt absorbiert
wird, bzw. beim Verlassen des Körpers noch vom eingedrungenen
Flu\3 übrig ist. Um zu berechnen, wie sich die
absorbierte Strahlung auf unterschiedliche Tiefen verteilt und welche
Leistung in einer bestimmten Tiefe durch Emission verloren geht,
ist eine zusätzliche Information nötig: die
Eindringtiefe der Strahlung.
Zum Berechnen der Abklingkurve der eingedrungenen Strahlung
wird das Medium in Schichten der Dicke dz entlang des
optischen Pfades zerlegt (Abb. 2.9).
Experimentell zeigt sich, da\3 die pro Schicht absorbierte
Strahlung
proportional zur auftreffenden Strahlung
und zur
Schichtdicke ist, d. h.:
![]()
Die Proportionalitätskonstante
wird als
Absorptionskoeffizient des Mediums bezeichnet. Er hat die Einheit
einer reziproken Länge. Der Kehrwert
wird als Eindringtiefe der Strahlung bezeichnet. Der
Absorptionskoeffizient ist wellenlängen- und temperaturabhängig und
mu\3 experimentell ermittelt werden.
Als Lösung der Differentialgleichung (2.33) erhält man
die Abklingkurve des Strahlungsflusses
![]()
Der Strahlungsflu\3, der bei z = 0 in das Medium eindringt,
wird mit
bezeichnet.
Für eine Schicht der Dicke z ist
der Transmissionsfaktor
gegeben
durch:
![]()
Nach dem Durchqueren eines
Körpers der Dicke z verlä\3t somit der Bruchteil
, der ursprünglich eingedrungenen
Strahlung den Körper, der Rest wurde auf dem Weg absorbiert.
Da zwischen benachbarten Schichten innerhalb desselben Mediums
keine Reflexion stattfindet, ergibt sich damit die Emissivität
einer Schicht der Dicke z zu
![]()
Diese beiden Grö\3en beschreiben wiederum den Nettoeffekt der
gesamten Schicht von der Oberfläche bis zur Tiefe z. Eine
unendlich dünne Schicht (z = 0) ist somit vollständig
transparent und eine unendlich dicke Schicht
absorbiert alle Strahlung. Den Beitrag der einzelnen Schichten
in verschiedenen Tiefen zur Emission erhält man aus
(2.36) durch differenzieren:
![]()
und damit die differentielle Emissivität
einer Schicht der Dicke dz in einer Tiefe z:
![]()
Diese Grö\3e wird wichtig für die Berechnung der Gesamtstrahlungsemission eines teilweise transparenten Körpers in die gesamte Hemisphäre (Kapitel 2.5.2).
Eine Schicht der Dicke der Eindringtiefe
direkt an der Oberfläche des Mediums (z = 0) hätte somit die
differentielle Emissivität
und damit die
Transmissivität
. Die Eindringtiefe stellt daher
anschaulich die Dicke dar, aus der effektiv der gesamte
Strahlungsflu\3 kommt, bzw. in der die gesamte eindringende
Strahlung deponiert wird.
Die differentielle Strahlstärke
, die von
einer Schicht der
Temperatur T(z) in der Tiefe z des Mediums senkrecht zur
Oberfläche emittiert
wird, ergibt sich mit (2.38) zu
![]()
wobei
die Strahlstärke eines schwarzen
Körpers der Temperatur T(z) darstellt. Die differentiellen
Strahlstärken der verschiedenen Tiefenschichten summieren sich
zur Gesamtstrahlstärke der Strahlung, die die Oberfläche des
Körpers verlä\3t, also

Die Dicke des Körpers entlang des optischen Pfades wird mit
bezeichnet.
Für
geht der Exponentialfaktor weit vor der oberen
Integrationsgrenze gegen Null und die Integration kann von 0 bis
durchgeführt werden.
Mit diesem Ergebnis kann nun berechnet werden, welche Strahlung bei einer gegebenen Temperaturverteilung innerhalb des Mediums die Oberfläche verlä\3t. Dies wird wichtig, wenn für die Wasseroberfläche die Abstrahlung und das Kamerabild berechnet werden sollen. Für zwei Spezialfälle lä\3t sich die Integration (2.40) allgemein durchführen:


Die Ergebnisse dieses Abschnitts gelten nur für die
Strahlung, die entlang
des optischen Pfades senkrecht zur Oberfläche abgestrahlt
wird, d. h. für die Strahlstärke I und die Strahldichte L
senkrecht zur Oberfläche (
). Interessiert
man sich für die spezifische Ausstrahlung
R in die gesamte Hemisphäre oberhalb der Oberfläche,
gilt nicht mehr der einfache Zusammenhang
(2.19).
Auf dieses Problem wird in (Kapitel 2.5.2) weiter
eingegangen.