Die Rest-Reflektivität (engl. nonblackness) der
Wasseroberfläche führt zu
Verfälschungen der scheinbaren Temperatur der Wasseroberfläche
bei Strahlungsmessungen. In [Saunders, 70] wird für Messungen
im Wellenlängenbereich von 8-15
m eine
Reflektivität von
angegeben, in guter
Übereinstimmung mit den
Me\3werten von [Downing, Williams, 75] (Abb. 2.18).
Die Schwarzkörper Äquivalent-Temperatur (scheinbare
Temperatur, bezogen auf einen schwarzen Strahler) des klaren
Himmels liegt zwischen 50
C und 65
C unter der
Lufttemperatur ([Saunders, 67], [Saunders, 70]).
Wird der Bruchteil des reflektierten Strahlungsflusses
auf eine scheinbare Temperaturverfälschung umgerechnet, so
ergeben sich Temperaturdifferenzen zwischen 0.5
C und
0.7
C. Für verschiedene Wolkenbedeckungen ergeben sich
niedrigere Werte. Tabelle 2.2 enthält eine
Aufstellung der Temperaturverfälschung für verschiedene
typische Wolkenformationen für den Wellenlängenbereich von
8-15
m.

Tabelle: Verfälschung der
scheinbaren Temperatur der Wasseroberfläche durch
Reflexionen der Himmelsstrahlung bei verschiedenen
Wolkenbedeckungen.
Dies verursacht zwei verschiedene Arten von Fehlern in Temperaturmessungen der Meeresoberfläche:
Bei geschlossener Wolkendecke kann die absolute Temperatur nicht genau gemessen werden. Vertraut man den Zahlen in Tabelle 2.2, dann kann aus Beobachtungen der Wolkenbedeckung ein Korrekturfaktor für die absolute Temperatur berechnet werden (engl. correction for nonblackness). Genauer wäre es, ein zweites Me\3instrument auf den Himmel zu richten, um die Himmelstemperatur direkt zu messen. Dies könnte eine einfache, kalibrierte Thermosäule sein, die den gesamten Himmel abscannt.
Bei nichtgeschlossener Wolkendecke verursacht die inhomogene
Himmelstempertatur zusätzlich ein Rauschen mit einer Amplitude
von bis zu 0.6
C. In Abhängigkeit von der Neigung der
Wellen sieht der Strahlungsdetektor die Reflexionen der Wolken
oder des klaren Himmels. In Bildern einer Infrarotkamera
äu\3ert sich dies durch helle und dunkle Strukturen. Da die
Reflexe mit der Wellenneigung korreliert sind, laufen
sie mit der Phasengeschwindigkeit der Wellen durch das Bild.
Saunders kommt zu dem Schlu\3, da\3 selbst bei sorgfältiger
Korrektur der Me\3werte die absolute Temperatur der
Wasseroberfläche nur mit einer Genauigkeit von
0.2
C
gemessen werden kann. Hierbei wurde jedoch nicht
berücksichtigt, da\3 ein unbekannter Temperaturgradient
innerhalb der oberen 100
m der Wasseroberfläche die Messung der
Oberflächentemperatur, aufgrund der Eindringtiefe der Kamera, zusätzlich verfälschen kann.