Durch das Objektiv einer Infrarotkamera wird die Fläche S scharf auf die Detektorfläche A abgebildet. Einzelne Flächenelemente dS der Oberfläche werden auf einzelne Flächenelemente dA des Detektorarrays abgebildet. Die Verteilung des empfangenen Strahlungsflusses auf dem CCD-Chip ist somit eine Abbildung der Strahlungsdichteverteilung - und damit der Temperaturverteilung - der beobachteten Oberfläche.
linseabb

Abbildung: Geometrische Abbildung mit einer Objektivlinse.
In Abbildung 3.2 ist das Prinzip der Optischen
Abbildung für eine einfache Objektivlinse dargestellt. Die
beiden Punkte
und
auf der Objektoberfläche S
werden scharf auf die Punkte
und
der
Detektorfläche A abgebildet. Der Zusammenhang zwischen
den geometrischen Grö\3en wird durch die Linsengleichung
gegeben:
![]()
Die Entfernungen b bzw. g sind dabei die Bild-
bzw. Gegenstandsweite und f ist die Brennweite der Linse. Die
Fläche B der Linse wirkt als effektive Blende des Systems.
Betrachtet man ein Objekt in der Entfernung g und stellt die
Bildweite b gemä\3 (3.8) ein, dann wird die
ganze Fläche S scharf auf die gesamte Fläche A
abgebildet. Der Winkel
, zwischen dem Rand
von S und der optischen Achse, wird als halber Öffnungswinkel
des Objektives
bezeichnet. Die gesamte Fläche S erscheint von der
Linse aus gesehen unter dem Raumwinkel
.
Zur Berechnung der von A empfangenen Strahlung kann analog
zur Herleitung von (3.5) verfahren werden. Da
bei einer Linse die von der gesamten Linsenfläche B
empfangene Strahlung auf die Detektorfläche A fokusiert
wird, mu\3 dA in Gleichung (3.5) durch
B ersetzt
werden. Der Strahlungsflu\3
, der von S emittiert und
von A empfangen wird, ergibt sich somit zu:
![]()
Da die Flächen S und A, vom Linsenmittelpunkt aus gesehen,
unter dem gleichen Raumwinkel erscheinen (Abb. 3.2),
ergibt sich weiterhin
![]()
Eingesetzt in (3.9) erhält man:
![]()
Für festes b ist damit der von A empfangene Flu\3 wiederum
proportional zur Strahlungsdichte L der Oberfläche. Da b
jedoch
über (3.8) von der Entfernung g abhängt,
ändert sich der Geometriefaktor
mit der Entfernung.
Die Kalibrierung einer Kamera ist somit abhängig von der
Stellung des Objektives! Dies liegt daran, da\3 bei der
optischen Abbildung, durch Einstellen von b, Objekte in
verschiedenen Entfernungen scharf gestellt werden können. Da
sich damit auch die Grö\3e der Abbildung ändert, wird die
Strahlung unterschiedlich auf den Detektor verteilt.
Die Überlegungen zur Herleitung von (3.11) wurden
für die gesamte Detektorfläche A durchgeführt. Für jedes
einzelne Sensorelement eines CCD-Arrays (Grö\3e
) müssen die Flächen A und S in
gleichgro\3e Flächenelemente der Grö\3e
und
zerlegt werden. Man erhält damit für den Flu\3
,
den ein Element dA empfängt:
![]()
Dieser wird von einem Flächenelement dS abgestrahlt, wobei
die Verbindungslinie von dA zu dS durch den
Linsenmittelpunkt verläuft.
Der Strahlungsflu\3
, der auf das
Detektorarray fällt - und damit die Bestrahlungsstärke E -
ist proportional zur Strahlungsdichte L
des beobachteten Körpers. Um die Temperatur des Körpers
messen zu können, mu\3 zusätzlich bekannt sein, wie
im Detektor die Bestrahlungsstärke in ein Ausgangssignal
umgewandelt wird. Dieser Zusammenhang wird in Abschnitt
3.2.4 behandelt. Es sei hier jedoch vorweggenommen, da\3
zur quantitativen Messung in jedem Fall eine
Temperaturkalibrierung vorgenommen werden mu\3. Dazu wird ein
Objekt bekannter Temperatur und bekannter Strahlungseigenschaft
mit der Kamera beobachtet. Für verschiedene Temperaturen wird
eine Eichkurve ermittelt, die direkt den Zusammenhang zwischen
dem Signal der Kamera und der tatsächlichen Temperatur des
Objektes herstellt. Es mu\3 jedoch sichergestellt sein, da\3
das Kalibrierobjekt auch tatsächlich dasselbe Signal liefert,
wie das zu untersuchende Objekt bei derselben Temperatur.
Aus (3.11) ergab sich, da\3 der Zusammenhang zwischen
emittierter Strahldichte und empfangenem Flu\3 von der Stellung
des Objektivs abhängt und damit nur für Objekte bei einer
festen Entfernung gilt. Somit mü\3te man die Kalibrierkörper
in exakt derselben Entfernung aufstellen, um denselben Flu\3 zu
messen. Dies ist nicht immer möglich, da die Entfernungen sehr
gro\3 und unzugänglich sein können und au\3erdem die Grö\3e
der Kalibrierfläche entsprechend mit der Entfernung anwachsen
mü\3te.