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Strahlungstheorie

Der grundlegende Sensor, der in der vorliegenden Arbeit verwendet wurde, ist ein Infrarot-Radiometer in Form einer CCD-Infrarot-Kamera mit 256tex2html_wrap_inline11922256 Sensorelementen. Jedes einzelne Sensorelement stellt einen Detektor für elektromagnetische Strahlung innerhalb des Wellenlängenintervalles von 3 bis 5tex2html_wrap_inline11906m dar. Die Temperaturabhängigkeit der Intensität dieser Strahlung ermöglicht es, die Temperatur der Strahlungsquelle zu messen. Die geometrische Anordnung des Detektorarrays zusammen mit der verwendeten Infrarotoptik macht die Infrarotkamera zum abbildenden System, das analog zu Kameras im sichtbaren Spektralbereich eine optische Abbildung der geometrischen Anordnung der Strahlungsquellen liefert.

Diese Eigenschaft ermöglicht es, mit einer abbildenden Infrarotkamera die Temperaturverteilung der beobachteten Objekte zu messen. Durch die Abbildungsoptik wird dies unabhängig von der Entfernung der Objekte ermöglicht (Kapitel 3.2). Eine wichtige Voraussetzung zum Verständnis des Bildinhaltes ist dabei jedoch, neben der optischen Abbildung, die Untersuchung des Zusammenhanges zwischen Bildhelligkeit und tatsächlicher Temperatur der Strahlungsquellen.

Im Gegensatz zu optischen Systemen im sichtbaren Spektralbereich können im Infraroten Beleuchtungsquellen nicht unabhängig voneinander gewählt werden. Da die Kamera im Spektralbereich empfindlich ist, in dem alle Objekte bei Raumtemperatur Strahlung emittieren, kann der Versuchsaufbau nicht `verdunkelt' werden, um ihn gegen störende Strahlung abzuschirmen. Alle Objekte `leuchten' im Infraroten und tragen daher zur Bildintensität bei und müssen bei der quantitativen Analyse berücksichtigt werden.

Die quantitative Messung von Strahlungsintensitäten - die Radiometrie - ist ein Gebiet der Physik, in dem gro\3e Konfusion über Einheiten und Me\3grö\3en herrscht. Über Generationen wurden die Me\3geräte dem Stand der Technik angepa\3t. Angefangen vom menschlichen Auge als erstes quantitatives Me\3instrument zur Bestimmung der Helligkeit von selbstleuchtenden Gegenständen, über Bolometergif und Thermoelementegif, bzw. Thermosäulengif bis hin zu modernen Halbleiterdetektoren wurden zur Detektion von elektromagnetischer Strahlung die unterschiedlichsten physikalischen Effekte der Wechselwirkung von Strahlung und Materie verwendet. Die Einheiten der Radiometrie wurden diesen sich ständig ändernden Me\3geräten angepa\3t. Die Bezeichnung der radiometrischen Grö\3en in Abhängigkeit vom Emissionswinkel und der Bezug auf unterschiedliche Oberflächenelemente, führt oft zu Doppeldeutigkeit und Namensgleichheit verschiedener Strahlungsgrö\3en, selbst bei übereinstimmenden physikalischen Einheiten.

In diesem Kapitel sollen nun die grundlegenden Beziehungen für Infrarotstrahlung wiederholt und deren spezielle Form für die Wasseroberfläche hergeleitet werden. Die - zwar kleine, aber endliche - Eindringtiefe von Infrarotstrahlung in Wasser erschwert die quantitative Analyse von Thermographie-Bildern der Wasseroberfläche. Um den Einflu\3 von Temperaturprofilen innerhalb der oberen 200tex2html_wrap_inline11906m der Wasseroberfläche auf die Helligkeit des Kamerabildes zu verstehen, müssen die Beziehungen für ideale - d. h. Lambertsche - Oberflächen auf transparente Objekte erweitert werden.




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Horst Haussecker
Tue Jan 14 19:32:36 MET 1997