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Eigenentwicklung einer Kalibriereinrichtung

Zur quantitativen Temperaturkalibrierung von Infrarotdetektoren haben sich eine Reihe von Standards durchgesetzt. Das Ziel aller Entwicklungen ist es, einen schwarzen Strahler so genau wie möglich anzunähern. Nur dann ist gewährleistet, da\3 der emittierte Strahlungsflu\3 in seiner spektralen Zusammensetzung und Richtungsverteilung genau bekannt ist. Dies verhindert, da\3 schon bei der Kalibrierung eines Instrumentes die Temperatur der Kalibrierquelle falsch abgeschätzt wird. Eine Kalibrieroberfläche mit tex2html_wrap_inline12332 würde den Bruchteil tex2html_wrap_inline13400 von Strahlung unbekannter Herkunft - und damit Strahlung eines Objektes unbekannter Temperatur - auf den Detektor reflektieren. Bei der Amber Radiance 1 Infrarotkamera wird vom Detektor selbst Strahlung bei einer Temperatur von tex2html_wrap_inline13402C emittiert. Es mu\3 bei der Kalibrierung daher unter allen Umständen vermieden werden, da\3 diese Strahlung vom Kalibrierkörper zurückreflektiert wird. Selbst bei einer niedrigen Reflektivität von tex2html_wrap_inline13404 würde dies zu einem Fehler in der Temperaturkalibrierung von tex2html_wrap_inline13406C führen, unabhängig davon, wie genau die Temperatur des Kalibrierkörpers gemessen werden kann.

Die höchste bekannte Emissivität eines Materials liegt bei tex2html_wrap_inline13408 für (angerautes) Graphit. Durch Beschichtung einer Oberfläche mit schwarzem Lackgif wird der Wert tex2html_wrap_inline13410 erreicht.

Um eine höhere Emissivität zu erreichen, macht man sich die Äquivalenz von Hohlraumstrahlung und Schwarzkörperstrahlung zu nutze. Durch einen geeignet geformten Hohlraum wird verhindert, da\3 Strahlung, die in seine Öffnung eindringt, diesen wieder verlassen kann, ohne vorher vielfach von seinen Innenwänden reflektiert zu werden. Der Anteil an reflektierter Strahlung reduziert sich so auf (tex2html_wrap_inline13412) bei N Reflexionen, wobei tex2html_wrap_inline12234 die Reflektivität der Wände des Innenraums bezeichnet. Die gebräuchlichsten Formen für Hohlräume sind zylindrische und kegelförmige Bohrungen, sowie kugelförmige Hohlräume. Durch zusätzliche Blenden wird die Emissivität weiter verbessert.

Abbildung 3.10 zeigt die Prinzipskizze eines kommerziellen schwarzen Strahlers (engl. blackbody). Die Innenwände eines, nach au\3en thermisch isolierten Hohlraumes, werden durch Heizwicklungen auf eine konstante Temperatur gebracht. Diese wird durch ein Thermoelement im Inneren des Hohlraumes gemessen. Verschiedene Blenden dienen als zusätzliche Strahlungsfallen. lotbb

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Abbildung: Prinzipskizze eines kommerziellen schwarzen Strahlers [ORIEL, 86].

Der entscheidende Parameter für die Emissivität des Hohlraumes ist das Verhältnis l/r der Tiefe l des Hohlraumes zum Radius r der Austrittsöffnung der Strahlung (Apertur). Für gro\3e Werte von l/r kann sogar für sehr kleine tex2html_wrap_inline12270 des Innenraums eine effektive Emissivität tex2html_wrap_inline13396 erreicht werden. Im Grenzfall tex2html_wrap_inline13430 verhält sich jeder beliebig geformte Hohlraum wie ein schwarzer Strahler, unabhängig von der Oberflächenbeschaffenheit des Innenraumes. In [Wolfe, Zissis, 89] finden sich Tabellen und Kurven zur genauen Berechnung der Emissivität verschiedener Hohlräume.

Punktförmige schwarze Strahler lassen sich somit recht einfach erzeugen. Werden jedoch Strahlungsquellen mit ausgedehnter Apertur benötigt, mu\3 die Tiefe des Hohlraumes entsprechend mit anwachsen. Man stö\3t schnell an eine Grenze, bei der sich die Innenwand nicht mehr auf einer homogenen Temperatur halten lä\3t. Steuer- und Regelmechanismen zur Konstanthaltung der Temperatur werden sehr aufwendig.

Dies führt dazu, da\3 die Kosten für schwarze Strahler mit ausgedehnter Apertur und hoher Emissivität sprunghaft anwachsen. Ein weiterer Kostenfaktor ist die oft gewünschte Eigenschaft, den Hohlraumstrahler auf verschiedene, vordefinierte Temperaturen einstellen zu können. Dies soll mit hoher Genauigkeit und mit geringer Zeitverzögerung möglich sein. Die Kosten für solche Temperaturstandards liegen zwischen 10,000.- und 50,000.- DM, wobei die Grenzen nach oben offen sind.




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Horst Haussecker
Tue Jan 14 19:32:36 MET 1997