Die Temperaturmessung erfolgt durch hochempfindliche Pt
Temperatursensoren, die sich in einer Bohrung in der Mitte der
Aluminiumblöcke befinden. Durch Wärmeleitpaste wird ein guter
Wärmekontakt zwischen dem Aluminiumblock und dem
Temperaturfühler hergestellt. Die Me\3genauigkeit der
Pt
-Sensoren liegt bei ca.
K. Die
Genauigkeit der Temperaturmessung ergibt sich jedoch aus der
Kalibrierung der Sensoren selbst. Diese wurde mit einem
1/10-Grad Thermometer durchgeführt. Eine absolute
Temperaturkalibrierung ist daher nur mit dieser Genauigkeit
möglich. Die relative Genauigkeit wird jedoch höher sein.
Durch eine gro\3e Anzahl von Me\3punkten
für die Kalibrierung der Pt
-Sensoren kann eine
Ausgleichsgerade gefittet werden. Eine relative
Temperaturkalibrierung ist daher mit einer Genauigkeit von
bis zu 0.01K möglich.
Da die Me\3fühler in der Mitte des Kalibrierblocks angebracht
sind, ergibt sich eine geringe Temperaturdifferenz zur
Oberflächentemperatur des Blocks. Dieser Temperaturunterschied
stellt sich aufgrund des Wärmeverlustes der Oberfläche durch
Strahlungsaustausch mit der Umgebung ein. Der geheizte Block
kühlt an der Oberfläche etwas ab, während der gekühlte Block
sich an der Oberfläche geringfügig aufheizt. In beiden Fällen
wird dieser Wärmestrom
durch die Bodenfläche des
Blocks vom Peltierelement nachgeliefert (
). Dies ist in
Abbildung 3.15 dargestellt.
klotz

Abbildung: Schematische Darstellung des Temperaturprofils, das
sich durch Strahlungsaustausch
an der Oberfläche und
den Wärmestrom
durch das Peltierelement einstellt. Die
beiden Wärmeströme
und
sind im
thermischen Gleichgewicht gleich gro\3.
Innerhalb des Blocks wird die Wärme durch Diffusion
weitergeleitet. Da durch jede beliebige Schicht innerhalb
des Körpers der Diffusionsstrom
transportiert wird, stellt sich ein linearer Temperaturgradient
ein (Diffusiongesetz, [Cranck, 93]).
Nach dem Fickschen Gesetz ergibt sich die Grö\3e des
Gradienten als:
![]()
Dabei bezeichnet j den Diffusions-Wärmestrom, T die
Temperatur im Block und z die Koordinate senkrecht zur
Oberfläche.
D ist die Diffusionskonstante
für Wärme in Aluminium, Q die transportierte Wärmemenge,
die Dichte von Aluminium und
die spezifische Wärme von
Aluminium. Als Zahlenwerte:

Zum Wärmestrom j trägt der
Strahlungsverlust
der Oberfläche bei. Nach Gleichung
(2.44) gilt für den Wärmeflu\3, den die
Oberfläche der Fläche S abstrahlt:
![]()
Der Geometriefaktor wurde dabei auf 1 gesetzt, da
in die gesamte Umgebung abgestrahlt wird.
ist dabei die
Temperatur der Umgebung,
die Temperatur der
Oberfläche und
die Stefan-Boltzmann Konstante. Die Emissivitäten
und
haben durch die
Oberflächenbeschichtung mit Tetenal Lack den Wert
. Für
eine Temperaturdifferenz
von
5K liefert (3.30) einen Wärmestrom
von
Watt/m
.
Zusätzlich zu diesem Wärmestrom durch Strahlungsverluste
ergibt sich noch ein Wärmeverlust durch Konvektion an der
Oberfläche. Der Konvektions-Wärmestrom
ist proportional
zur Temperaturdifferenz (
) zwischen der Oberfläche
und der Luftschicht direkt über der Oberfläche ([Jähne, 80],
[Wolfe, Zissis, 89]):
![]()
Die Proportionalitätskonstante k bezeichnet man als
Transferkoeffizient bzw. Transfergeschwindigkeit für Wärme in
Luft. Sie hat die Dimension einer Geschwindigkeit. Bei den
Grö\3en
und
handelt es sich um die Dichte und
die spezifische Wärme von Luft. Die Transfergeschwindigkeit k
hängt stark von der Strömungsgeschwindigkeit der Luft
über der Oberfläche ab. Innerhalb der Kalibriereinrichtung kann sich
eine Luftströmung nur durch freie Konvektion ausbilden. Für
die horizontale Oberfläche der Kalibrierblöcke ist diese
jedoch vernachlässigbar und es kann eine ruhende
Luftschicht angenommen werden. Die Transfergeschwindigkeit
k lä\3t sich daher abschätzen zu
cm/s
[Jähne, 80]. Mit der Dichte
gcm
und der spezifischen Wärme
Jg
K
ergibt sich aus (3.31)
der Wert
Wattm
für eine
Temperaturdifferenz von 5K.
Der gesamte Wärmeverlust j an der Oberfläche des
Kalibrierblocks ist damit
Wattm
. Damit ergibt sich aus
(3.29) der Temperaturgradient im Kalibrierblock zu:
![]()
Für den Abstand zwischen Pt
-Sensor und Oberfläche von
cm ergibt dies eine Temperaturdifferenz von
nur
K! Die
Oberflächentemperatur weicht also nur um wenige mK von der
gemessenen Temperatur ab.