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Geometrische Anordnung der Kalibrierkörper

In Abbildung 3.11 ist ein Querschnitt durch die Kalibriereinrichtung an der Position eines beliebigen Kalibrierkörpers dargestellt. Der Aluminiumblock mit der Temperatur tex2html_wrap_inline12320 ist so in der Box plaziert, da\3 seine gesamte Oberfläche unter einem Blickwinkel von tex2html_wrap_inline13622 für die Kamera sichtbar ist. Der Strahlungsflu\3, der in Richtung der Kamera fällt, wird mit tex2html_wrap_inline13624 bezeichnet. Gleichzeitig fällt ein Strahlungsflu\3 tex2html_wrap_inline12232 unbekannter Herkunft unter demselben Winkel in die Öffnung.

Die Oberfläche der Kalibrierkörper ist mit Tetenal Kameralack beschichtet. Abbildung 3.16 zeigt die Winkelverteilung der Emissivität einer mit Tetenal beschichteten Oberfläche. tetenal

  figure1906
Abbildung: Winkelverteilung der Emissivität tex2html_wrap_inline12270 einer mit Tetenal Kameralack beschichteten Oberfläche für Wellenlängen zwischen 3 und 5tex2html_wrap_inline11906m.

Es ist erkennbar, da\3 die Emissivität tex2html_wrap_inline12270 für Winkel bis 40tex2html_wrap_inline12080 nahezu konstant ist, mit einem Wert von tex2html_wrap_inline13410. Innerhalb dieses Winkelbereiches verhält sich die Oberfläche der Kalibrierkörper wie ein Lambertscher Strahler. Für Winkel grö\3er als 40tex2html_wrap_inline12080 wird tex2html_wrap_inline12270 schnell kleiner.

Der Flu\3 tex2html_wrap_inline13642 setzt sich daher zu 97% aus Temperaturstrahlung tex2html_wrap_inline13644 der Oberfläche des Körpers tex2html_wrap_inline13444 und zu 3% aus reflektierter Strahlung zusammen. Der reflektierte Anteil der Strahlung wird von Oberflächen emittiert, die sich im Winkel von tex2html_wrap_inline13622 gegen die Flächennormale, vom Kalibrierkörper tex2html_wrap_inline13444 aus gesehen, befinden. In dieser Richtung ist ein weiterer Aluminiumblock tex2html_wrap_inline13652, au\3erhalb des Strahlengangs der Kamera, befestigt. Die Temperatur von tex2html_wrap_inline13652 wird mit weiteren Pttex2html_wrap_inline13514-Sensoren im Inneren des Körpers gemessen und seine Oberfläche ist mit Tetenal beschichtet. Der Strahlungsflu\3, den die Kamera empfängt, setzt sich somit aus
equation1641
zusammen, wobei tex2html_wrap_inline13658 den Strahlungsflu\3 bezeichnet, der vom Körper tex2html_wrap_inline13652 ausgeht und von tex2html_wrap_inline13444 empfangen wird. tex2html_wrap_inline12270 und tex2html_wrap_inline12234 sind die Emissivität und die Reflektivität von Tetenal, mit tex2html_wrap_inline13410 und tex2html_wrap_inline13670.

Der Strahlungsflu\3 tex2html_wrap_inline13658 setzt sich wiederum aus 97% Temperaturstrahlung von tex2html_wrap_inline13652 und weiteren 3% reflektierter Strahlung zusammen. Da tex2html_wrap_inline13652 senkrecht zum Strahlengang der Kamera steht, hat die reflektierte Strahlung in diesem Fall ihren Ursprung bei tex2html_wrap_inline13444:
equation1646
Bei tex2html_wrap_inline13680 handelt es sich dabei ein weiteres Mal um 97% Temperaturstrahlung, die von tex2html_wrap_inline13444 in Richtung tex2html_wrap_inline13652 emittiert wird. Die restlichen 3% stammen in diesem Fall von der Strahlung tex2html_wrap_inline12232 unbekannter Herkunft:
equation1651

Insgesamt ergibt sich damit für den Flu\3 tex2html_wrap_inline13642:
 eqnarray1655

Mit diesem Ergebnis lä\3t sich eine effektive Emissivität tex2html_wrap_inline13690 und eine effektive Reflektivität tex2html_wrap_inline13692 definieren:
equation1664

Dies bedeutet nicht, da\3 es sich bei der Kalibriereinrichtung um einen grauen Strahler der Emissivität tex2html_wrap_inline13690 handelt. Die effektive Emissivität tex2html_wrap_inline13690 stellt vielmehr die Genauigkeit dar, mit der sich die Herkunft des Strahlungsflusses, der die Box verlä\3t, durch Kenntnis des internen Aufbaus rekonstruieren lä\3t, wenn die Temperaturen tex2html_wrap_inline12320 und tex2html_wrap_inline12322 bekannt sind. Durch die geometrische Anordnung des Kalibrierkörpers tex2html_wrap_inline13444 und des Referenzkörpers tex2html_wrap_inline13652 in Abbildung 3.11 wird erreicht, da\3 nur noch der Bruchteil tex2html_wrap_inline13706 von einfallender Strahlung unbekannter Herkunft die Kalibriereinrichtung wieder verlassen kann. Durch nur eine zusätzliche Temperaturmessung im Referenzkörper wird es möglich, die tatsächlich emittierte Strahlung fast exakt zu rekonstruieren. Es lä\3t sich die effektive Temperatur eines schwarzen Strahlers errechnen, die den gemessenen Strahlungsflu\3 liefert. Der Fehler in der Rekonstruktion der effektiven Temperatur ergibt sich aus dem Fehler der Temperaturmessung selbst. Der Unsicherheitsfaktor durch Streustrahlung wird vernachlässigbar klein.

Dies macht nochmals den Unterschied zwischen der Genauigkeit der Temperaturmessung und der Emissivität des Kalibrierkörpers deutlich. Bei einer niedrigen Emissivität kann die Temperaturverfälschung durch Streustrahlung mehrere Kelvin betragen, selbst wenn die Temperatur der Oberfläche exakt gemessen werden kann. Durch eine Emissivität von tex2html_wrap_inline13396 wird sichergestellt, da\3 die gemessene Temperatur der Oberfläche auch tatsächlich den gemessenen Strahlungsflu\3 liefert. Die Ungenauigkeit der Kalibrierung reduziert sich damit auf den Me\3fehler der Temperatur.


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Horst Haussecker
Tue Jan 14 19:32:36 MET 1997