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Transportgleichung für Wärme

Beim Transport von Wärme in Wasser stellt die Konzentration C die Wärmemenge Q pro Einheitsvolumen V dar. Diese ist, über die spezifische Wärme tex2html_wrap_inline13798 und die Dichte tex2html_wrap_inline12356 von Wasser, direkt mit der Temperatur T des Volumenelementes verknüpft:
 equation1939
Damit kann in der Transportgleichung (4.1) die Konzentration durch die Wassertemperatur ersetzt werden. Umgeschrieben in eine Bilanzgleichung ergibt sich aus (4.1) und (4.2) die zeitliche Änderung der Temperatur tex2html_wrap_inline13804 an einem Punkt zu:
equation1948
Die Änderung der Temperatur setzt sich aus einem Anteil des diffusiven Transports von Wärme und einem konvektiven Anteil zusammen. Insgesamt verschwindet Wärme nicht, sie wird nur durch Diffusion oder durch die vorherrschende Strömung transportiert.

Falls in einem Volumenelement dV des Wasservolumens Wärmequellen oder -senken liegen, ändert sich dort die Temperatur zusätzlich. Wird Wärme mit einer Rate tex2html_wrap_inline13808 erzeugt oder in eine andere Form von Energie umgewandelt, dann ergibt sich die zeitliche Temperaturänderung insgesamt zu:
 equation1958

Der Quellterm in Gleichung (4.4) ergibt sich aus der Absorption von Laserstrahlung (Abschnitt 4.3.1). Eine Senke für Wärme an der Wasseroberfläche stellt die Volumenemission langwelliger Strahlung dar (Abschnitt 4.3.2). Der Wärmeverlust durch sensiblen und latenten Wärmetransfer an der Oberfläche lä\3t sich in die Randbedingung an der oberen Grenze des Simulationsvolumens integrieren (Abschnitt 4.3.3). Gleichung (4.4) beschreibt das Transportproblem vollständig. Wäre das Geschwindigkeitsfeld tex2html_wrap_inline13788 zu jedem Zeitpunkt bekannt, so könnte der Transport von Wärme daraus exakt berechnet werden.

Das Geschwindigkeitsfeld tex2html_wrap_inline13788 ergibt sich aus der Lösung der Navier-Stokes-Gleichung für inkompressible Strömung:
 equation1982
Dabei bezeichnet tex2html_wrap_inline13814 die kinematische Zähigkeit, p den Druck und tex2html_wrap_inline13818 die Summe der angreifenden Kräfte pro Volumenelement. Die beiden rechten Terme stellen die Quellen und Senken der Geschwindigkeit dar, d. h. Beschleunigungen, die durch äu\3ere Kräfte oder Druckgradienten hervorgerufen werden.

Die Navier-Stokes-Gleichung ist eine partielle, nichtlineare Differentialgleichung zweiter Ordnung in der Geschwindigkeit. Ein Vergleich von (4.4) und (4.5) zeigt, da\3 sich beide Gleichungen in ihrer Struktur sehr ähnlich sind. Beide stellen Transportgleichungen unter dem Einflu\3 von Diffusion (bzw. Viskosität für Geschwindigkeit) und Konvektion mit Quellen und Senken dar. Im Falle der Navier-Stokes-Gleichung ist die Geschwindigkeit der Strömung selbst die `transportierte' Grö\3e. Im Konvektionsterm tritt tex2html_wrap_inline13788 daher quadratisch auf. Diese Nichtlinearität führt dazu, da\3 Gleichung (4.5) analytisch nicht mehr allgemein lösbar ist.

Um dennoch Lösungen der Transportgleichung (4.4) unter dem Einflu\3 von Diffusion und Konvektion für die freie, wellenbewegte Wasseroberfläche angeben zu können, wird tex2html_wrap_inline13788 nach verschiedenen Modellen der Grenzschicht genähert. Im folgenden wird zunächst gezeigt, wie sich für gemittelte Konzentrationen (Temperaturen) und gemittelte Geschwindigkeiten der Konvektionsterm in einen Anteil des laminaren und einen Anteil des turbulenten Transportes aufspalten lä\3t. Der laminare Transportterm wird im weiteren Verlauf als bekannt angenommen. Anschlie\3end werden drei verschiedene Modelle zur Näherung des turbulenten Transporttermes vorgestellt.


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Horst Haussecker
Tue Jan 14 19:32:36 MET 1997