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Reine Diffusion

Für den einfachen Fall reiner Diffusion, ohne Konvektion und ohne Quellen bzw. Senken
equation2632
liefert eine Fouriertransformation in den beiden Raumkoordinaten x und y die Differentialgleichung
 equation2637
Dabei bezeichnet tex2html_wrap_inline14212 die räumliche Fouriertransformierte der Temperaturverteilung und tex2html_wrap_inline14214 beschreibt den Wellenzahlvektor, mit tex2html_wrap_inline14216.

Gleichung (4.52) enthält nur noch eine Ableitung in der Zeit und wird als Relaxationsgleichung bezeichnet. Mit dem Lösungsansatz
 equation2651
ergibt sich nach Einsetzen in (4.52) der Zusammenhang
 equation2661
unabhängig von der Form tex2html_wrap_inline14218 der Temperaturverteilung zum Zeitpunkt t = 0. Die Diffusion stellt sich somit im Fourierraum in der Form
 equation2667
mit
 equation2676
dar, d. h. als Multiplikation der räumlichen Fouriertransformierten tex2html_wrap_inline14222 zum Zeitpunkt t = 0 mit der zeitabhängigen Funktion tex2html_wrap_inline14226. Die Funktion tex2html_wrap_inline14228 wird als Transferfunktion des Transportvorganges bezeichnet. Zu einem festen Zeitpunkt t hat tex2html_wrap_inline14228 die Form einer isotropen Gau\3kurve im Fourierraum:
equation2691
mit der Breite tex2html_wrap_inline14234. Im Laufe der Zeit nimmt die Breite der Transferfunktion ab und das Frequenzspektrum tex2html_wrap_inline14228 wird zunehmend auf kleinere Wellenzahlen eingeschränkt. Die Beschreibung der Diffusion als Multiplikation im Fourierraum ist äquivalent zum Konzept der Green'schen Funktion im Ortsraum. Der Zusammenhang zwischen beiden Darstellungen ergibt sich direkt aus der Tatsache, da\3 eine Faltung zweier Funktionen im Ortsraum (4.50) einer Multiplikation der Fouriertransformierten dieser Funktionen im Fourierraum entspricht. Die Transferfunktion tex2html_wrap_inline14228 stellt somit die Fouriertransformierte der Green'schen Funktion G der Diffusion (4.47) dar. Dieser Zusammenhang zwischen Diffusion im Orts- und Fourierraum ist analog zur Beschreibung der Glättung eines Bildes mit einer Binomialmaske im Orts- und Fourierraum in der Digitalen Bildverarbeitung.

Die Betrachtung im Fourierraum gestattet es, das Zerfallen einer räumlichen Temperaturstruktur durch Diffusion zu untersuchen. Für eine feste Wellenzahl tex2html_wrap_inline14214 stellt die Transferfunktion tex2html_wrap_inline14228 (4.56) einen zeitlichen Zerfall der periodischen Struktur dar, wobei die Zeitkonstante tex2html_wrap_inline12236 durch den Zusammenhang (4.54) gegeben ist. Feine Strukturen (gro\3es k) zerfallen demnach schneller als grobe Strukturen. Dies führt dazu, da\3 ein bestehendes Muster durch Diffusion zunehmend verwaschener erscheint, da der Transport auf kleinen räumlichen Skalen wesentlich effektiver ist, als auf gro\3en Skalen. Kanten werden geglättet und feine Strukturen verschwinden.


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Horst Haussecker
Tue Jan 14 19:32:36 MET 1997