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Analogie zwischen Gasaustausch, Impuls- und Wärmetransfer

Wie bereits am Anfang dieses Kapitels diskutiert wurde, sind die Transportmechanismen für Gase, Impuls und Wärme gleich. Konvektion führt zu einem Transport aller im Wasser vorhandenen Stoffe und des Wärmeinhalts. Der wesentliche Unterschied liegt im diffusiven Transport. Eine wichtige Grö\3e zum Vergleich der Diffusionskonstanten verschiedener Tracer ist die dimensionslose Schmidtzahl
equation2806
Sie verknüpft die kinematische Zähigkeit tex2html_wrap_inline13814 (Diffusionskonstante für Impuls) mit der Diffusionskonstanten D des Tracers. Für Wärme wird sie meist als Prandtlzahl Pr bezeichnet. Sie hängt gleicherma\3en von den Transporteigenschaften des Mediums und des Tracers ab.

Messungen von [Jähne, 80] haben gezeigt, da\3 sich die Windabhängigkeit der Transfergeschwindigkeit eines beliebigen Tracers in Wasser wie folgt parametrisieren lä\3t:
 equation2811
mit den Konstanten tex2html_wrap_inline12368 und n. Dabei ist tex2html_wrap_inline14316 die Schubspannungsgeschwindigkeit (4.13) in Wasser. Die beiden Konstanten tex2html_wrap_inline12368 und n müssen experimentell bestimmt werden. Die Abhängigkeit des Gasaustausches von der Windgeschwindigkeit steckt in tex2html_wrap_inline14316 (Abschnitt 4.2.1). Der erhöhte Beitrag des konvektiven Transportes eines Tracers ergibt sich durch eine Zunahme der Schubspannungsgeschwindigkeit mit steigender Windgeschwindigkeit. Zusätzlich findet bei Schubspannungsgeschwindigkeiten von ca. 1.5cm/s ein Übergang des Schmidtzahlexponenten von n = 2/3 auf n = 1/2 statt ([Bösinger, 86], [Jähne, 80]). Dies entspricht einer Windgeschwindigkeit von ca. 9-10m/s. Es ist zu vermuten, da\3 dabei eine Änderung der Transportmechanismen stattfindet, wobei durch Bildung steiler Wellen der turbulente Transport verstärkt wird.

Der Zusammenhang (4.67) ergibt sich für alle drei Modelle der Grenzschicht durch geeignete Wahl der Modellparameter und liefert daher keinen Aufschlu\3 über die Transportmechanismen. Die Bedeutung von (4.67) liegt darin, die Transfergeschwindigkeit für beliebige Tracer zu parametrisieren.

Da Gleichung (4.67) für beliebige Tracer gültig ist, ergibt sich durch Division der Gleichungen für zwei verschiedene Tracer der Zusammenhang
 equation2826
Kennt man die Transfergeschwindigkeit eines Tracers und seine Diffusionskonstante, so lä\3t sich die Transfergeschwindigkeit eines beliebigen Tracers mit bekannter Diffusionskonstante berechnen. Auf diesem Zusammenhang beruht das Me\3prinzip der Controlled Flux Technique (CFT), die in dieser Arbeit weiterentwickelt wurde:

Durch ein kurzzeitiges Aufheizen der Wasseroberfläche im oberen Bereich der Grenzschicht wird eine Temperaturerhöhung erzeugt, die anschlie\3end durch Wärmetransport in die Tiefe abgebaut wird. Dies wird mit einer Infrarotkamera beobachtet (Kapitel 3). Die Zeitkonstante des Abklingvorgangs liefert einen Schätzwert für die Zeitkonstante tex2html_wrap_inline14290 des Transportvorganges. Über den Zusammenhang (4.65) ergibt sich daraus direkt die Transfergeschwindigkeit tex2html_wrap_inline14278
 equation2837
für Wärme in Wasser. Diese kann mit (4.68) in die Transfergeschwindigkeit eines beliebigen Gases tex2html_wrap_inline14332 umgerechnet werden:
 equation2843
Die folgende Tabelle zeigt die Schmidtzahlen von Wärme in Wasser (Prandtlzahl) für verschiedene Wassertemperaturen (aus [Jähne, 85]).
tabular2850


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Horst Haussecker
Tue Jan 14 19:32:36 MET 1997