Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, aus dem zeitlichen
Verhalten einer Temperaturerhöhung innerhalb der thermischen
Grenzschicht der Ozeanoberfläche, die Transfergeschwindigkeit
für Wärme in Wasser zu berechnen. Die Dicke der thermischen
Grenzschicht variiert zwischen 100
m und 1mm, in
Abhängigkeit von der Windgeschwindigkeit. Die
Eindringtiefe der Laserstrahlung beträgt 11.5
m und die
der Kamera variiert zwischen 1 und 100
m für
Wellenlängen von 3-5
m (Kapitel 2.6.2).
Sowohl die Absorption der Laserleistung, als auch die Emission der
Wasseroberfläche in dem für die Kamera sichtbaren
Wellenlängenbereich, können bei der Untersuchung der
Vorgänge innerhalb der Grenzschicht daher nicht
als reine Oberflächeneffekte betrachtet werden. Der Laser
erhitzt direkt ein Volumen innerhalb des für die Kamera
transparenten Bereiches der Wasseroberfläche.
In der Simulation wird ein Wasservolumen der
thermischen Grenzschicht betrachtet, in dem sich eine gegebene
Temperaturverteilung unter dem Einflu\3 von Diffusion und
Konvektion ausbreitet. Der konvektive Anteil des Transports wird
für verschiedene Modelle der Grenzschicht modelliert. Das Aufheizen der Grenzschicht durch den
CO
-Laser stellt einen ortsabhängigen Quellterm der
Transportgleichung dar, dessen Verteilung durch die
Eindringtiefe des Lasers und dessen
Strahlausdehnung gegeben ist. Die Volumenemission langwelliger
Strahlung führt zu einer Abkühlung der Grenzschicht und stellt
somit eine Wärmesenke dar. Eine weitere Wärmesenke ergibt
sich aus den natürlichen Oberflächenflüssen durch Transport
von sensibler und latenter Wärme. Sie liefern die Randbedingung
an der Oberfläche des Simulationsvolumens.
Ziel der Simulation ist es, für verschiedene Lebensdauern
nach dem Surface Renewal Modell, die theoretischen Abklingkurven
der Temperaturerhöhung durch den Laser zu berechnen und durch
Vergleich mit den gemessenen Kurven, die Lebensdauer
und
damit die Transfergeschwindigkeit
für Wärme in Wasser abzuschätzen. Der
Grund für die Verwendung des Surface renewal Modelles wurde
bereits in Kapitel 4.2.2 diskutiert. Zum Vergleich der
Modelle wurden zusätzlich Simulationen mit dem klassischen
Filmmodell durchgeführt.