Das Ziel der Simulation ist es, das zeitliche Verhalten eines
Wasservolumens unter den gegebenen Me\3bedingungen (siehe
Kapitel 6) numerisch so
exakt wie möglich zu beschreiben. Dazu werden die horizontalen
Abmessungen des Simulationsvolumens der Grö\3e des
vom Laser erhitzten Bereiches angepa\3t. Die vertikale Abmessung
des Simulationsvolumens mu\3 so gro\3 gewählt werden, da\3
Randeffekte an der unteren Grenze des Volumens die Form der
Temperaturverteilung nicht verfälschen. Die horizontale
Auflösung der Diskretisierung wird der Auflösung des
Kamerabildes angepa\3t. Dadurch kann aus dem Simulationsergebnis
direkt ein künstliches Kamerabild berechnet werden. Eine
feinere Auflösung liefert Details, die in der Messung nicht zu
erkennen sind. Um das Tiefenprofil der Temperaturverteilung
innerhalb der Grenzschicht exakt genug auflösen zu können,
müssen die vertikalen Skalen um mindestens zwei
Grö\3enordnungen kleiner sein als die horizontalen Skalen. Nur
so lä\3t sich der Beitrag verschiedener
Tiefenschichten zum Kamerabild mit ausreichender Genauigkeit
berücksichtigen. Zusätzlich ist die Diffusion auf dieser Skala von etwa 10
m sehr effektiv. Auf noch kleineren Skalen werden Temperaturinhomogenitäten innerhalb von weniger als 1
s (für Skalen unterhalb von 1
m) ausgeglichen.
Zur Diskretisierung wird das Simulationsvolumen in ein
Gitter mit den Gitterabständen
,
und
eingeteilt. Die Gitterpunkte stellen die Mittelpunkte diskreter
Boxen mit dem Volumen
dar. Damit
ergeben sich die Koordinaten einer Box, an der Position
innerhalb des Volumens, zu

mit den ganzzahligen Werten i, j und k. Die Ausdehnung des
Simulationsvolumens in die drei Koordinatenrichtungen beträgt
,
und
,
wobei der Ursprung des Koordinatensystems in einer der oberen
Ecken des Simulationsvolumens liegt (Abb. 5.1).
Die Temperaturen an den diskreten Gitterpunkten repräsentieren
den Mittelwert der Temperatur der gesamten Box.
simvol

Abbildung: Schematische Darstellung des Simulationsvolumens.
Die Intensität des Laserstrahls auf der Wasseroberfläche ist
durch die gau\3förmige Verteilung angedeutet.
Zur Anpassung der Simulation an die Me\3bedingungen wurde die folgende
Aufteilung des Simulationsvolumens gewählt:

Bei der numerischen Lösung der Differentialgleichung des
Wärmetransports werden die Veränderungen einer Temperaturverteilung
innerhalb einer Zeit
aus der Temperatur zu einem
früheren Zeitpunkt
berechnet. Die
Differentialgleichung selbst beschreibt dabei die Regel,
nach der die Änderungen ablaufen. Dazu mu\3 auch die Zeit
in einzelne, diskrete Zeitschritte
unterteilt werden.
Je kleiner die Zeitschritte sind, desto genauer wird der zeitliche
Temperaturverlauf mit der Realität übereinstimmen. Bei zu
kleinen Schritten werden jedoch die Temperaturänderungen
pro Zeitschritt sehr klein, was zu Rundungsfehlern führen
kann. Zusätzlich wächst die Rechenzeit stark an. Zu gro\3e
Zeitschritte führen zu numerischen Instabilitäten. Aus der
Diskretisierung der Differentialgleichung in Abschnitt
5.3.2 ergeben sich automatisch Bedingungen für die
maximale Grö\3e der Zeitschritte.
Im folgenden wird die Temperaturverteilung auf dem diskreten
Gitter zu einem Zeitpunkt t mit
![]()
bezeichnet. Die Zeitkoordinate wird dabei als oberer Index
angegeben.