lambrad

Abbildung:
(a): Geometrische Anordnung von Quelle (dS) und Detektor
(dA).
(b): Verteilung der Strahlungsstärke einer Quelle nach dem
Lambertschen Cosinus-Gesetz.
Interessiert man sich für die Strahlung, die von einem Detektor
empfangen wird, der unter einem bestimmten Winkel
(
) zu der strahlenden Oberfläche steht und
dabei einen Raumwinkel
einnimmt, mu\3 die
Winkelverteilung der Strahlung bekannt sein, um den Bruchteil
der emittierten Gesamtstrahlung zu berechnen, den der Detektor
empfängt. Abbildung 2.1 zeigt die geometrische
Anordnung. Dabei bezeichnet dS ein
differentielles Oberflächenelement der Strahlungsquelle und
dA ein differentielles Oberflächenelement des Detektors,
welches von dS aus gesehen unter dem Raumwinkel
erscheint. Der Radiusvektor von dS
nach dA steht unter einem Winkel
zur
Oberflächen-Normalen der Strahlungsquelle.
Experimentell zeigt sich, da\3 der Strahlungsflu\3
,
den dA von dS empfängt, proportional zum Cosinus des
Winkels
ist. Zusätzlich ist er proportional zu den Flächen
dS und dA und nimmt mit dem Quadrat der
Entfernung r von dA zu dS ab. Dies führt zu der Beziehung
![]()
mit
.
Die Grö\3e
ist aber genau die Fläche dS,
projeziert auf die Ebene senkrecht zur Verbindungslinie zwischen
Quelle und Detektor (Abb. 2.5a).
Dies ist die Fläche, unter der das Flächenelement dS vom
Detektor aus gesehen wird. Wird die Flu\3dichte, die pro
Raumwinkel abgestrahlt wird, auf diese scheinbare Fläche
bezogen, so erhält man
die Definition der Proportionalitätskonstanten L, der
Strahlungsdichte (2.4).
Ist L richtungsunabhängig, dann
wird die Strahlungsquelle als Lambertscher
Strahler bezeichnet. Ein Lambertscher Strahler emittiert Strahlung
richtungsunabhängig, d. h. völlig diffus.
Die Strahlungsstärke
, die unter einem beliebigen Winkel
zur Oberflächennormalen der Quelle abgestrahlt wird, ergibt
sich damit zu:
![]()
Für Oberflächen mit richtungsunabhängiger Strahlungsdichte
hängt die Strahlstärke in eine bestimmte Richtung nur vom
Cosinus des Neigungswinkels ab. Dies ist als Lambertsches
Cosinus-Gesetz bekannt. Eine Lambertsche Oberfläche erscheint
unter allen Richtungen gleich `hell'.
Pro Oberflächenelement wird damit unter einem bestimmten Winkel
der Strahlungsflu\3
![]()
in einen Raumwinkel abgestrahlt. Diese Grö\3e ist wichtig zur
Berechnung des Strahlungsaustausches zwischen Oberflächen
(Kapitel 2.5). Es zeigt
sich, da\3 bei transparenten Objekten (die damit keine schwarzen
Strahler sind), wie z. B. der Wasseroberfläche, dieser einfache
Zusammenhang nicht mehr gilt und I tiefenabhängig wird.
Eine Lambertsche Oberfläche hat unter verschiedenen Winkeln die gleiche Helligkeit. Die Richtungsabhängigkeit der Strahlstärke ist dabei jedoch durch das Cosinus-Gesetz gegeben. Dieser scheinbare Widerspruch löst sich, wenn zwischen der Abstrahlung der Oberfläche und dem, was der Detektor empfängt, unterschieden wird. (Siehe Abbildung 2.5a).
Ein einzelnes Oberflächenelement strahlt nach dem
Cosinus Gesetz ab (2.18). Der Detektor sieht unter
dem Winkel
allerdings eine verkleinerte Fläche die
strahlt und damit die Fläche dS unter einem verkleinerten
Raumwinkel
. Da er aber einen konstanten
(durch die Detektorgeometrie gegebenen) Öffnungswinkel hat,
sieht er mehr Flächenelemente als unter senkrechtem Beobachtungswinkel.
Bei Lambertschen Strahlern kompensiert mit zunehmendem
Neigungswinkel die wachsende Anzahl an `gesehenen'
Oberflächenelementen die sinkende Strahlstärke der einzelnen
Oberflächenelemente in Richtung des Detektors. Äquivalent dazu
ist die Aussage, da\3 die verminderte Strahlstärke unter
einem gleicherma\3en verkleinerten Raumwinkel gesehen wird und daher
pro Raumwinkelelement (vom Detektor aus gesehen, also nicht mit
in der Definition von I verwechseln!) der gleiche Flu\3 ankommt.
Solange ein Detektor einen Ausschnitt der
gesamten Quellenoberfläche sieht (und nicht der Rand der
Quelle in den Bildausschnitt wandert), erscheint
diese unabhängig vom Winkel in der gleichen Helligkeit.
Man mu\3 hier also deutlich zwischen den Grö\3en, die vom Detektor aus gesehen werden und denen, die von der Quelle aus gesehen werden, unterscheiden.
Abbildung 2.5b zeigt graphisch die Abstrahlcharakteristik einer Lambertschen Oberfläche. Die Charakteristik von Nichtlambertschen Flächen weist eine zusätzliche Winkelabhängigkeit auf, die meist in Normalenrichtung verstärkt erscheint, während mit zunehmendem Winkel die Strahlungsleistung schneller abnimmt.
Beispiele für Lambertsche Oberflächen im Infraroten sind:
Da die Helligkeit richtungsunabhängig ist, erscheinen die Oberflächen von glühenden Körpern meist flach, da nicht anhand einer winkelabhängigen Helligkeitsänderung die Oberflächenkrümmung abgeschätzt werden kann.
Wird Gleichung (2.18) über die gesamte
Hemisphäre integriert, so erhält
man den Strahlungsflu\3
, der von einem
Oberflächenelement dS der Quelle in den gesamten Halbraum
abgestrahlt wird, d. h. die spezifische Ausstrahlung R.
Mit
und
ergibt sich dieses Integral zu

Die Gesamtemission in die Hemisphäre ist
durch das Lambertsche Cosinus-Gesetz
somit exakt
mal
so gro\3, wie die Emission in ein Raumwinkelelement senkrecht
zur
Oberfläche. Sie ist um einen Faktor 2 kleiner als erwartet
würde, wenn vom Oberflächenelement dS eine Strahlungsstärke
I vom Betrag
isotrop
unter allen Winkeln, d. h. in den Raumwinkel 2
,
abgestrahlt werden würde.