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Diskretisierung der partiellen Ableitungen

Zur Berechnung der partiellen Ableitungen auf dem diskreten Gitter, wird die Temperaturverteilung in einer Taylorreihe entwickelt. Für festes tex2html_wrap_inline14468 erhält man
 equation3112
woraus sich die partielle, zeitliche Ableitung
 equation3129
ergibt. Dies stellt die Näherung der ersten Ableitung als Differenzenquotient dar, wodurch ein Restterm tex2html_wrap_inline14470 der Ordnung tex2html_wrap_inline14458 übrig bleibt. Für hinreichend kleine Zeitschritte wird dieser Term vernachlässigbar und wird daher, zur diskreten Approximierung der partiellen Ableitung, vernachlässigt.

In x-Richtung ergeben sich die beiden Taylor-Entwicklungen
  eqnarray3141
für festes j, k und t. Die beiden Gleichungen (5.10) und (5.10) führen zu zwei möglichen Realisierungen der partiellen Ableitung:
  eqnarray3175
dem sogenannten Vorwärtsgradienten (5.12) bzw. Rückwärtsgradienten (5.12). Beide führen zu Fehlern der Ordnung tex2html_wrap_inline14480. Durch Subtrahieren der Gleichung (5.10) von Gleichung (5.10) ergibt sich eine weitere Realisierungsmöglichkeit:
 equation3203
Diese partielle Ableitung ist symmetrisch bezüglich der Koordinate i. Die Ableitung wird durch die Änderung zwischen den Punkten i+1 und i-1 approximiert. Der Fehler ist dabei nur von der Ordnung tex2html_wrap_inline14488.

Welcher der möglichen diskreten Gradienten verwendet wird hängt davon ab, womit der Gradient verknüpft wird. Im Falle des Konvektionstermes (5.2), ergibt sich durch die Verknüpfung des Gradienten mit der Geschwindigkeit eine Vorzugsrichtung. Temperaturänderungen durch Konvektion können nur durch stromaufwärts liegenden Gradienten hervorgerufen werden. Daher wird der Rückwärtsgradient sinnvollere Ergebnisse liefern als der Vorwärtsgradient. Für die zeitliche Ableitung (5.8) wird im allgemeinen der Vorwärtsgradient benutzt. Aus ihm ergibt sich direkt die Änderung zwischen der gesuchten Temperatur zum Zeitpunkt tex2html_wrap_inline14490 und der bekannten Temperatur zum Zeitpunkt t.

Die zweite partielle Ableitung ergibt sich durch Addition der Gleichungen (5.10) und (5.10):
 equation3219
Der Fehler ist hierbei von der Ordnung tex2html_wrap_inline14488.

Die partiellen Ableitungen bezüglich der beiden anderen Raumrichtungen y und z ergeben sich analog zur x-Richtung. Lösungsverfahren, welche die in diesem Abschnitt hergeleiteten Diskretisierungen der Ableitungen benutzen, werden als Finite-Differenzen-Verfahren bezeichnet. Die partiellen Ableitungen werden dabei durch Differenzenquotienten ersetzt.


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Horst Haussecker
Tue Jan 14 19:32:36 MET 1997