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Diskretisierung des laminaren Konvektionsterms

Der laminare Konvektionsterm ergibt sich nach (5.2) zu
equation3602
Mit der diskreten, zeitlichen Ableitung (5.8) ergibt sich daraus für den Gitterpunkt (i,j,k):
equation3612
Aufgelöst nach der gesuchten Temperatur zum Zeitpunkt tex2html_wrap_inline14490
equation3621
stellt dies eine Taylor-Entwicklung bis zur ersten Ordnung in x-Richtung dar. Ein Vergleich mit (5.10) liefert den Zusammenhang
 equation3630
Die Temperatur zum Zeitpunkt tex2html_wrap_inline14490 am Punkt (i,j,k) ergibt sich somit aus der Temperatur zum Zeitpunkt t am Punkt tex2html_wrap_inline14688. Die Verschiebung tex2html_wrap_inline14690 ist dabei keine ganze Zahl mehr. Sie ergibt sich aus der Strecke, welche die Strömung während eines Zeitschrittes tex2html_wrap_inline14458 zurücklegt. Dies bedeutet anschaulich, da\3 durch die Strömung eine Koordinatentransformation innerhalb des Simulationsvolumens stattfindet. Im Falle einer tiefenunabhängigen Strömung (m = 0) verschiebt sich das gesamte Simulationsvolumen, pro Zeitschritt, um einen konstanten Betrag. Für eine Scherströmung tex2html_wrap_inline14696 wird zusätzlich eine Scherung erzeugt, wobei übereinanderliegende Schichten gegeneinander verschoben werden.

Das Stabilitätskriterium an die Implementierung von (5.46) ergibt sich aus der Voraussetzung, da\3 durch Konvektion nicht mehr Wärme pro Zeitschritt eine Box verlassen darf, als vor dem Zeitschritt in ihr enthalten war ([Courant et al., 28]). Da der Wärmeinhalt einer Box vollständig verschwindet, wenn die Geschwindigkeit so hoch ist, da\3 ein Gitterpunkt über den nächsten Gitterpunkt hinausgetragen wird, mu\3 die Verschiebung tex2html_wrap_inline14690 (5.46) kleiner als die Gitterkonstante tex2html_wrap_inline14422 bleiben:
 equation3641
Für die Grö\3e des Zeitschrittes, die durch die Diffusion festgelegt wird (5.36), ist Bedingung (5.47) für Geschwindigkeiten bis zu 600cmstex2html_wrap_inline12006 erfüllt.

Die Interpretation des laminaren Konvektionstermes als Koordinatentransformation führt direkt zu einer effizienten Implementierung. Die prinzipielle Vorgehensweise dabei ist, da\3 die Simulation eines Zeitschrittes in zwei Schritte zerlegt wird. In einem ersten Schritt wird das Simulationsvolumen gemä\3 der Koordinatentransformation (5.46) verschoben. Da die Verschiebung im allgemeinen auf Zwischengitterpunkte führt, mu\3 die Temperaturverteilung anschlie\3end auf das regelmä\3ige Gitter interpoliert werden. In einem zweiten Schritt wird auf dem transformierten Gitter die Temperaturänderung durch Diffusion zwischen benachbarten Gitterpunkten berechnet und die Temperaturänderungen durch Quellen, Senken und Turbulenz zu jedem Punkt addiert.

zweischr

  figure4265
Abbildung: Schematische Darstellung des implementierten Zweischrittverfahrens. In einem ersten Schritt wird die laminare Konvektion durch subpixelgenaues Verschieben der einzelnen Schichten berücksichtigt. Punkte, die dadurch aus dem rechten Rand herausfallen, werden am linken Rand eingefügt (periodische Randbedingungen). In einem zweiten Schritt wird auf dem gescherten Simulationsvolumen die Diffusion zwischen Nachbarpunkten berechnet.

Die Aufteilung der Transportgleichung in einen diffusiven und einen konvektiven Anteil wird allgemein als Charakteristikenverfahren bezeichnet ([Fachat, 95], [Kinzelbach, 92]). Eine zusammenfassende Darstellung findet sich in [Abott, 66]. Das verwendete Zweischrittverfahren ist ein modifiziertes Rückwärtscharakteristikenverfahren, das die Kenntnis des Geschwindigkeitsfeldes ausnutzt, um aus der Temperaturverteilung zu einem früheren Zeitpunkt, die verschobene Verteilung zu einem späteren Zeitpunkt zu berechnen. Zur Lösung des diffusiven Teils der Transportgleichung wird in einem zweiten Schritt das bereits beschriebene Verfahren verwendet.

Zur Implementierung der Verschiebung mit anschlie\3ender Interpolation wird der heurisko-Operator Shift() benutzt. Das dreidimensionale Simulationsvolumen wird in z-Richtung durchgescannt. Die zweidimensionale, horizontale Temperaturverteilung wird in jedem Tiefenschritt in einem temporären Bild in x-Richtung zweifach nebeneinander kopiert. Dadurch wird die Bildinformation zyklisch über den Rand des Bildes hinaus ergänzt. Die Verschiebung wird vorab in einem Bildvektor in z-Richtung abgespeichert. Der Wert dieses Vektors an der Position z wird dem Operator Shift() übergeben, um die Bildinformation aus der verschobenen Position in das Simulationsvolumen zurückzukopieren. Abbildung 5.3 zeigt eine schematische Darstellung des zyklischen Verschiebens.

shift

  figure4271
Abbildung: Schematische Darstellung des subpixelgenauen Verschiebens mit zyklischen Randbedingungen.

Da der Shift()-Operator bei nicht-ganzzahligen Verschiebunge eine subpixelgenaue Verschiebung durchführt, wird automatisch die Interpolation auf das regelmä\3ige Gitter durchgeführt. Durch die Wahl eines optionalen Parameters kann die Art der Interpolation (linear, quadratisch, B-Spline) gewählt werden. Durch das Verdoppeln des Bildes wird die Bildinformation zyklisch ergänzt und verhindert, da\3 der Shift()-Operator auf leere Gitterpunkte zugreift. Der kommentierte heurisko-Workspace findet sich in Anhang B.1 (Operator shift()).


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Horst Haussecker
Tue Jan 14 19:32:36 MET 1997