Mit der diskreten, zeitlichen Ableitung (5.8) ergibt
sich aus Gleichung (5.2) die Temperaturerniedrigung
durch Volumenemission langwelliger Strahlung am Punkt (i,j,k)
zu

Damit ist der Volumenemissionsterm, analog zur Lasererwärmung, eine Addition, die nicht von der Temperatur am Gitterpunkt (i,j,k) anhängt. Da die Temperaturverteilung im Simulationsvolumen nicht mehr in die Integration eingeht, kann das Integral im voraus berechnet und als tiefenabhängige Look-Up-Tabelle (LUT) abgespeichert werden.
Zur Durchführung
der numerischen Integration über die
Wellenlänge wird
diskretisiert:
. Die Breite
der Intervalle hängt dabei von der Wellenlänge ab, um bei starken
Variationen der Integranten eine feinere Auflösung erreichen zu
können. Das Integral in (5.56) wird damit zu einer
Summe über l:

wobei
die Anzahl der Diskretisierungs-Intervalle
bezeichnet.
Abbildung 5.4 zeigt den Verlauf der Eindringtiefe
und der spezifischen Ausstrahlung
(Planckkurve) von Wasser über den Wellenlängenbereich von 3
bis 100
m. Au\3erhalb dieses Bereiches ist der Beitrag der
Wellenlängen zur Emission vernachlässigbar klein (< 0.4%
des Maximalwertes der spezifischen Ausstrahlung).
longrad

Abbildung: Eindringtiefe von Infrarotstrahlung in Wasser und
spezifische Ausstrahlung von Wasser über den
Wellenlängenbereich von 3 bis 100
m.
Da die grö\3te Variation der Eindringtiefe und der Planck'schen
Strahlungskurve im Bereich von 3 bis 10
m auftritt, wird
die folgende Einteilung der diskreten Wellenlängenintervalle
gewählt:

Zur Durchführung der Summe (5.57) wird ausgenutzt, da\3 es sich
dabei um das Produkt einer zweidimensionalen Matrix mit einem
Vektor handelt:
![]()
Dies kann im Bildverarbeitungsprogramm heurisko
sehr bequem durchgeführt werden. Dazu
werden die Komponenten der Matrix e vorab berechnet und
in einer zweidimensionalen Bildstruktur in der yz-Ebene
abgespeichert, wobei die l-Koordinate in y-Richtung und
die k-Koordinate in z-Richtung verläuft. Die Komponenten
des Vektors
werden in einem Bildvektor in
y-Richtung
abgespeichert. Die Integration ergibt sich damit zu einer
Multiplikation des Vektors
mit dem Bild e
und
anschlie\3ender Summation in y-Richtung. Das Ergebnis ist ein
Bildvektor in z-Richtung, der die
gesuchte Temperaturerniedrigung in Abhängigkeit von
der Tiefe enthält. Bei der Durchführung der Simulation wird
dieser Vektor zu jedem Zeitschritt vom dreidimensionalen
Simulationsvolumen subtrahiert (siehe Operator
volflux(), Anhang B.1).
Diese Vorgehensweise ermöglicht es, die Volumenemission auch
für andere Wassertemperaturen durchzuführen. Dazu müssen nur
die abgespeicherten Werte für
geändert werden.