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Berechnung des theoretischen Kamerabildes

Aus der dreidimensionalen Temperaturverteilung, die sich während der Simulation einstellt, lä\3t sich ein Bild errechnen, das die Infrarotkamera, bei gegebener Temperaturverteilung, von der Wasseroberfläche liefert. In Abschnitt 3.2.4 wurde der Zusammenhang zwischen Bildintensität S eines Bildpunktes und Temperaturverteilung in Tiefenrichtung hergeleitet:
 equation3936
Zur numerischen Berechnung der beiden Integrale wird, wie bereits zur Berechnung der Volumenemission, das Wellenlängenintervall in diskrete Intervalle unterteilt: tex2html_wrap_inline14834. Die Breite tex2html_wrap_inline14836 wird dabei zu tex2html_wrap_inline14838m gewählt. In Tiefenrichtung ist das Simulationvolumen bereits diskretisiert, mit tex2html_wrap_inline14594m. Damit reduziert sich (5.64) auf die Doppelsumme
 equation3945

Abbildung 5.5 zeigt den Verlauf der Eindringtiefe tex2html_wrap_inline12370 und der Planck'schen Strahlungskurve tex2html_wrap_inline14844 für eine Temperatur von 288K über den Bereich von 3 bis 5tex2html_wrap_inline11906m. Die verwendeten Diskretisierungsstufen sind als graue Stufenfunktionen eingezeichnet. Für andere Temperaturen ergeben sich andere Planckkurven. numinteg

  figure4283
Abbildung: Verlauf der Eindringtiefe für Infrarotstrahlung in Wasser und Planck'sche Strahlungskurve tex2html_wrap_inline14848 für Wellenlängen zwischen 3 und 5tex2html_wrap_inline11906m. Die diskreten Näherungen zur numerischen Integration sind als graue Stufenfunktionen dargestellt.

Man erkennt, da\3 im Bereich von 3 bis 3.8tex2html_wrap_inline11906m der steilste Anstieg der beiden Kurven liegt und damit auch die grö\3ten Diskretisierungsfehler auftreten. Da die Planckkurve in diesem Bereich jedoch nur Werte von weniger als 10% ihres Maximalswertes annimmt, sind diese Fehler in der Summe (5.65) von untergeordneter Bedeutung.

Um für einen Punkt des Kamerabildes die Bildintensität berechnen zu können, mu\3 das Temperaturprofil tex2html_wrap_inline14854 in z-Richtung bekannt sein. Daher mu\3 die Kameraintensität nach (5.65) für jede Temperaturverteilung komplett berechnet werden. Es lä\3t sich dennoch eine Look-Up-Tabelle berechnen, um die Rechenzeit zu minimieren.

Dazu wird, für eine bestimmte Tiefenschicht k, das Produkt auf der rechten Seite der beiden Summen in (5.65) für einen Satz verschiedener Temperaturen tex2html_wrap_inline14860 berechnet. Es handelt sich dabei um diskrete Temperaturen im Abstand von 1K, die den maximal möglichen Bereich der Wassertemperatur während der Simulation abdecken. Für die Simulation der Laser-Abklingkurven wurden die Temperaturen tex2html_wrap_inline14862 gewählt, wobei tex2html_wrap_inline13954 die Bulk-Temperatur bezeichnet.

Dies liefert eine dreidimensionale Bildstruktur tex2html_wrap_inline14866 für die diskreten Werte der Temperaturen tex2html_wrap_inline14860, der Wassertiefe k und der Wellenlänge l. Die Summation über die Wellenlänge l lä\3t sich für jede Temperatur tex2html_wrap_inline14860 durchführen. In der dreidimensionalen Bildstruktur entspricht dies einer Anwendung des Sum()-Operators ([Heurisko]) in Richtung der l-Achse des Bildes. Damit reduziert sich die dreidimensionale Struktur auf ein zweidimensionales Bild tex2html_wrap_inline14880, welches von der Tiefe k und der Temperatur tex2html_wrap_inline14860 in dieser Tiefe abhängt. Dieses Bild wird vorab berechnet und als Look-Up-Tabelle abgespeichert (Operator ImageLUT(), Anhang B.1).

Falls das Temperaturprofil tex2html_wrap_inline14854 in k-Richtung nur aus den diskreten Temperaturwerten tex2html_wrap_inline14860 besteht, die zur Berechnung von B verwendet wurden, dann entspricht die Summation über k in (5.65) der Summe
equation3972
Für jeden Tiefenschritt k wird somit der Wert von B an der Position tex2html_wrap_inline14900 zur Summe hinzuaddiert. Dies entspricht einem Pfadintegral über die diskrete Temperaturverteilung im Bild B.

Für beliebige, nicht-ganzzahlige Temperaturwerte tex2html_wrap_inline14854, mit tex2html_wrap_inline14906, mu\3 der Wert von tex2html_wrap_inline14908 zwischen zwei benachbarten Werten tex2html_wrap_inline14880 und tex2html_wrap_inline14912 berechnet werden. Unter der Annahme, da\3 sich der Temperaturverlauf der Planck'schen Strahlungskurve für kleine Temperaturdifferenzen linear nähern lä\3t, ergibt sich dieser Wert als lineare Interpolation zwischen den beiden Werten tex2html_wrap_inline14880 und tex2html_wrap_inline14912. Da es sich bei tex2html_wrap_inline14880 um eine Bildstruktur handelt, steht der gesuchte Wert tex2html_wrap_inline14908 auf einer Position zwischen zwei Bildpunkten. Die lineare Interpolation zwischen den Werten tex2html_wrap_inline14880 und tex2html_wrap_inline14912 kann somit durch eine subpixelgenaue Verschiebung mit linearer Interpolation erreicht werden, bei der die k-te Zeile des Bildes um den Wert tex2html_wrap_inline14928 entlang der Temperaturachse verschoben wird. Nach der Verschiebung steht der gewünschte Wert an der Position tex2html_wrap_inline14930. Wird dies für alle Zeilen entlang der Tiefenachse durchgeführt, dann stehen die gewünschten Werte für tex2html_wrap_inline14908 alle untereinander in einer Spalte an der Position tex2html_wrap_inline14860. Dies ist in Abbildung 5.6 graphisch veranschaulicht.

verlut

  figure4289
Abbildung: Schematische Darstellung der Linienintegration durch subpixelgenaues Verschieben der Look-Up-Tabelle. Die Werte tex2html_wrap_inline14860 sind dabei die diskreten Temperaturwerte, die zur Berechnung von B verwendet wurden. Mit tex2html_wrap_inline14854 werden die nicht-diskreten Temperaturen des Tiefenprofiles bezeichnet.

Für jeden Punkt des zu berechnenden Kamerabildes wird das Profil der vertikalen Temperaturverteilung in einem Spaltenvektor in Richtung der k-Achse abgespeichert. Dieser Vektor wird dem Shift-Operator zusammen mit der Verschiebe-LUT B übergeben. Dadurch wird das Bild B gemä\3 dem Temperaturprofil subpixelgenau verformt, so da\3 die gewünschten Summanden tex2html_wrap_inline14948 entlang der Tiefenachse übereinander stehen. Die Summe entlang der k-Achse liefert die gesuchte Intensität des Bildpunktes.

Da sich während der Simulation, ausgehend von einer Temperatur tex2html_wrap_inline12320, positive und negative Temperaturdifferenzen ergeben können, wird die Verschiebung bezüglich der Differenz tex2html_wrap_inline14954 berechnet. Die Summation über die Tiefe wird danach am Punkt tex2html_wrap_inline14956 durchgeführt.

Die Berechnung der Verschiebe-LUT wird vom Operator ImageLUT() (siehe Anhang B.1) durchgeführt. Danach kann, zu einem beliebigen Zeitpunkt, ein Kamerabild mit dem Operator Image() aus der Temperaturverteilung des Simulationsvolumens berechnet werden.


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Horst Haussecker
Tue Jan 14 19:32:36 MET 1997